Das vor allem in Großbritannien, Irland und Neuseeland erfolgreiche Social Network Bebo geht für 850 Millionen US-Dollar an AOL, das sich damit auf einen Schlag 40 Millionen Nutzer einkauft, die durchschnittlich 78 Seiten pro Tag aufrufen.
An dieser Nachricht kam heute wohl niemand vorbei und der Kauf dürfte auch nicht überraschen, da AOL bereits fast 1 Milliarde US-Dollar für die Übernahmen von diversen kleineren Firmen ausgegeben hat um sich von einem Internet-Service-Provider zu einem reinen Internetunternehmen zu entwickeln, das sein Geld durch Werbung verdient.
Mit dem im Jahr 2005 gegründeten Bebo, AIM und ICQ umfasst das soziale Netzwerk von AOL 80 Millionen Mitglieder und befindet sich damit in einer führenden Position in diesem Bereich.
Bebo unterscheidet sich dabei von den Konkurrenten durch sein Open Media Konzept, einem freien Zugang für Medienunternehmen, der den Benutzern ein reichhaltiges Angebot an hochwertigen Inhalten zur Verfügung stellt. Außerdem unterstützt Bebos Plattform sowohl die OpenSocial-API von Google als auch die Schnittstellen von Facebook.
Vor einer Woche verköffentlichte AOL mit Open AIM 2.0 bereits eine Initiative um die Integration des AIM Netzwerks in Webseiten und andere Anwendungen für Entwickler zu erleichtern. Apple stellte daraufhin eine AIM Anwendung für das iPhone vor.
Weitere Einzelheiten:
- Bebo Traffic für Februar 2008 in den USA nach Compete: 3.6 Millionen Besucher (Facebook: 28 Mio, Myspace: 56 Mio)
- hohe Benutzerbindung bei Bebo
- Bebos Werbeverträge mit Yahoo und Microsoft
- Fokussierung auf europäische Expansion (Spanien, Holland, Frankreich und Deutschland)
- Verjüngung der Nutzerstruktur von AOL, die bei ICQ und AIM im Schnitt über 20 Jahre liegt
Damit dürften die Spekulationen über eine Partnerschaft zwischen AOL und Yahoo eine neue Richtung erhalten, da Yahoo kein wirkliches Konkurrenzprodukt zu Bebo am Markt hat und damit ein Zusammenschluss auch nach dem Bebo-Kauf strukturell einigermaßen passen würde.
Stellt sich nur die Frage was AOLs Mutterkonzern Time Warner eigentlich damit erreichen möchte?
Quellen:
{ 0 comments… add one now }
Leave a Comment